Schwangerschaftsabbrüche in Deutschland 2025
Im Jahr 2025 bleibt die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche in Deutschland hoch. Besonders ältere Frauen sind betroffen, während jüngere Frauen weniger Abbrüche haben. Erfahren Sie mehr über die Hintergründe dieser Entwicklungen.
4/28/20263 min read
Die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche in Deutschland bewegt sich weiterhin auf einem vergleichsweise hohen Niveau. Auch im Jahr 2025 wurden laut aktuellen Daten mehr als 106.000 Eingriffe registriert. Zwar ist das im Vergleich zum Vorjahr ein leichter Rückgang von rund 0,7 Prozent, dennoch liegt die Gesamtzahl weiterhin über den Werten, die vor der Corona-Pandemie üblich waren.
Ein Blick auf die vergangenen Jahre zeigt: Zwischen 2014 und 2020 lag die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche relativ stabil bei etwa 99.000 bis 101.000 Fällen jährlich. Seit den Jahren nach der Pandemie ist dieses Niveau jedoch spürbar überschritten worden.
Mehrheit der Eingriffe nach Beratungsregelung
Der Großteil der Schwangerschaftsabbrüche erfolgt weiterhin im Rahmen der sogenannten Beratungsregelung. Diese machte im Jahr 2025 rund 96 Prozent aller Fälle aus. Nur ein kleiner Teil der Eingriffe wird aufgrund medizinischer Gründe oder nach Sexualstraftaten durchgeführt.
Über die individuellen Gründe, die Frauen zu einem Abbruch bewegen, liegen allerdings keine detaillierten statistischen Erkenntnisse vor. Das Statistische Bundesamt erhebt hierzu keine persönlichen Motive, sodass die Ursachen im Einzelfall unklar bleiben.
Veränderungen bei Alter und Lebenssituation
Auffällig ist vor allem eine Verschiebung in der Altersstruktur der betroffenen Frauen. Während Schwangerschaftsabbrüche bei jüngeren Frauen tendenziell zurückgehen, steigt die Zahl bei älteren Frauen deutlich an.
Im Jahr 2025 war fast jede dritte Frau, die einen Abbruch durchführen ließ, älter als 35 Jahre. Besonders stark ist der Anstieg in den Altersgruppen zwischen 35 und 44 Jahren. Diese Entwicklung fällt deutlich stärker aus als das allgemeine Bevölkerungswachstum in diesen Altersgruppen.
Im Gegensatz dazu sind bei jüngeren Frauen – etwa im Alter zwischen 15 und 24 Jahren – rückläufige Zahlen zu beobachten. Dieser Trend steht teilweise im Zusammenhang mit der demografischen Entwicklung, da auch die Bevölkerungszahlen in diesen Altersgruppen gesunken sind.
Auch die familiäre Situation spielt eine Rolle: Rund 44 Prozent der Frauen hatten vor dem Eingriff noch kein Kind geboren. Gleichzeitig liegt der Anteil unverheirateter oder geschiedener Frauen unter den Betroffenen deutlich über dem Durchschnitt der Gesamtbevölkerung.
Eingriffe erfolgen häufiger früh in der Schwangerschaft
Ein weiterer Trend zeigt sich beim Zeitpunkt der Schwangerschaftsabbrüche. Diese werden zunehmend früher durchgeführt als noch vor einigen Jahren.
Während im Jahr 2015 nur etwas mehr als ein Drittel der Eingriffe in den ersten sechs Wochen stattfand, liegt dieser Anteil inzwischen bei nahezu der Hälfte. Generell erfolgen die meisten Abbrüche innerhalb der ersten acht Schwangerschaftswochen.
Parallel dazu hat sich auch die medizinische Praxis verändert. Erstmals ist der medikamentöse Abbruch die häufigste Methode und hat die bislang dominierende operative Absaugmethode überholt.
Entwicklung im langfristigen Vergleich
Im Zehnjahresvergleich wird deutlich, dass sich die Struktur der Schwangerschaftsabbrüche verändert hat. Insgesamt ist die Zahl im Vergleich zu 2015 leicht gestiegen. Gleichzeitig hat sich die Verteilung innerhalb der Altersgruppen verschoben.
Während jüngere Frauen heute seltener betroffen sind, steigt die Zahl der Abbrüche bei Frauen ab 30 Jahren spürbar an. Diese Entwicklung könnte unter anderem mit veränderten Lebensentwürfen, späteren Familiengründungen oder wirtschaftlichen Faktoren zusammenhängen – konkrete Ursachen lassen sich aus den Daten jedoch nicht eindeutig ableiten.
Keine klaren Gründe aus den Daten ableitbar
Trotz der umfangreichen statistischen Erfassung bleibt eine zentrale Frage unbeantwortet: Warum entscheiden sich Frauen für einen Schwangerschaftsabbruch?
Die offiziellen Daten liefern hierzu keine konkreten Hinweise. Weder persönliche Lebensumstände noch individuelle Beweggründe werden systematisch erfasst. Daher lassen sich die beobachteten Entwicklungen zwar beschreiben, aber nicht eindeutig erklären.
Fazit
Die aktuellen Zahlen zeigen, dass Schwangerschaftsabbrüche in Deutschland weiterhin auf einem relativ hohen Niveau stattfinden. Zwar ist die Gesamtzahl zuletzt leicht gesunken, doch liegt sie weiterhin über dem Stand früherer Jahre.
Besonders auffällig ist die Verschiebung hin zu älteren Altersgruppen sowie die zunehmende Durchführung der Eingriffe in einem frühen Stadium der Schwangerschaft. Gleichzeitig gehen die Zahlen bei jüngeren Frauen zurück.
Die Ursachen für diese Entwicklungen bleiben jedoch weitgehend unklar – und machen deutlich, dass statistische Daten allein nur einen Teil des Gesamtbildes abbilden können.
Quellen: Angaben basieren auf Daten des Statistischen Bundesamtes sowie Berichten von Apollo News und Presseportal.