Tödliche Schüsse vor Berliner Imbiss: Überwachungsvideo wird zum zentralen Beweismittel

Ein Streit vor einem Berliner Imbiss endet in einer tödlichen Eskalation: Ein 29-Jähriger wird von einer Kugel getroffen und stirbt später im Krankenhaus, ein weiterer Mann wird schwer verletzt. Nun beschäftigt der Fall das Landgericht Berlin – und Videoaufnahmen sollen entscheidende Momente der Tat dokumentieren.

7/18/20262 min read

Nachts Tatort in einer Berliner Imbissbude mit Polizeiband und Streifenwagen für die Nachrichten des
Nachts Tatort in einer Berliner Imbissbude mit Polizeiband und Streifenwagen für die Nachrichten des
Ein Streit vor einem Imbiss in Berlin-Lichtenberg endete im November 2025 mit tödlichen Schüssen. Ein 29 Jahre alter Mann verlor sein Leben, ein weiterer Mann wurde schwer verletzt. Monate später muss sich der mutmaßliche Schütze vor dem Landgericht Berlin verantworten. Im Mittelpunkt des Verfahrens steht die Frage, wie eine zunächst verbale Auseinandersetzung derart eskalieren konnte. Auch Videoaufnahmen spielen bei der Aufarbeitung des Geschehens eine wichtige Rolle.

Nach Angaben aus der Anklage ereignete sich die Tat am Abend des 14. November 2025 in der Franz-Jacob-Straße im Berliner Bezirk Lichtenberg. Dort soll es vor einem Imbiss zu einer Auseinandersetzung zwischen dem Betreiber und mehreren Personen gekommen sein. Hintergrund des Konflikts sollen nach Berichten aus dem Gerichtsverfahren finanzielle Forderungen in Höhe von einigen hundert Euro gewesen sein.

Was zunächst als Streit begonnen haben soll, entwickelte sich innerhalb kurzer Zeit zu einer lebensgefährlichen Situation. Dem Angeklagten wird vorgeworfen, während der Auseinandersetzung eine Schusswaffe gezogen zu haben.

Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft soll er zunächst zweimal auf einen damals 28 Jahre alten Mann geschossen haben. Dieser wurde am Oberkörper getroffen und schwer verletzt. Trotz seiner Verletzungen gelang es ihm demnach zunächst, sich vom Tatort zu entfernen. Er wurde anschließend medizinisch versorgt und musste notoperiert werden. Die Ärzte konnten sein Leben retten.

Doch damit war die dramatische Situation offenbar noch nicht beendet.

Ein 29-Jähriger, der sich nach bisherigen Erkenntnissen bei einer etwas abseits stehenden Gruppe befunden haben soll, versuchte laut Anklage ebenfalls, sich in Sicherheit zu bringen. Dabei wurde er von einem weiteren Schuss getroffen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft traf ihn das Projektil am Hinterkopf.

Der schwer verletzte Mann wurde in ein Krankenhaus gebracht. Drei Tage später, am 17. November 2025, erlag er seinen Verletzungen.

Besonders tragisch: Nach einem Bericht des Tagesspiegels soll der Getötete an dem ursprünglichen Streit selbst nicht beteiligt gewesen sein. Im Prozess wurde die Situation sinngemäß so beschrieben, dass der 29-Jährige offenbar zur falschen Zeit am falschen Ort gewesen sei.

Nach den Schüssen geriet der Betreiber des Imbisses schnell in den Fokus der Ermittler. Der Mann stellte sich schließlich am 26. November 2025 den Behörden, nachdem öffentlich nach ihm gesucht worden war. Seitdem befindet er sich in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm unter anderem Totschlag, versuchten Totschlag und gefährliche Körperverletzung vor.

Inzwischen wird der Fall vor dem Landgericht Berlin verhandelt. Zum Prozessauftakt machte der Angeklagte nach übereinstimmenden Medienberichten zunächst keine Angaben zu den gegen ihn erhobenen Vorwürfen.

Eine wichtige Rolle bei der Rekonstruktion des Geschehens sollen Aufnahmen einer Überwachungskamera spielen. Solche Videoaufzeichnungen können für das Gericht von besonderer Bedeutung sein, da sie möglicherweise dabei helfen, den zeitlichen Ablauf der Auseinandersetzung und die entscheidenden Sekunden vor und während der Schüsse nachzuvollziehen.

Der Fall wirft damit mehrere zentrale Fragen auf: Wie entwickelte sich der ursprüngliche Streit? In welcher Reihenfolge fielen die Schüsse? Und welche Rolle spielten die einzelnen Beteiligten in den entscheidenden Momenten?

Die Antworten darauf sind für die strafrechtliche Bewertung von großer Bedeutung. Über Schuld und Strafmaß entscheidet letztlich das Gericht. Bis zu einem rechtskräftigen Urteil gilt für den Angeklagten die Unschuldsvermutung.

Fest steht jedoch bereits jetzt, dass eine Auseinandersetzung, bei der es Berichten zufolge ursprünglich lediglich um einige hundert Euro gegangen sein soll, katastrophale Folgen hatte. Ein Mann überlebte nur dank einer medizinischen Notversorgung, ein 29-Jähriger verlor sein Leben.

Der Prozess soll nun klären, wie es zu der tödlichen Eskalation kommen konnte und welche strafrechtliche Verantwortung der angeklagte Imbissbetreiber dafür trägt.

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