Terrorverdacht in Hamburg: 17-Jähriger Syrer festgenommen – Behörden verhindern offenbar möglichen Anschlag
Ein 17-jähriger Syrer sitzt in Hamburg in Untersuchungshaft. Ermittler werfen ihm vor, einen islamistisch motivierten Terroranschlag vorbereitet zu haben. Spezialkräfte griffen zu, nachdem Hinweise von Sicherheitsbehörden eingegangen waren.
5/11/20262 min read
Hamburg steht erneut im Fokus der Sicherheitsbehörden: Ein 17-jähriger syrischer Staatsangehöriger wurde von Spezialeinsatzkräften festgenommen, weil er nach Einschätzung der Ermittler einen Terroranschlag vorbereitet haben soll. Ein Haftrichter ordnete inzwischen Untersuchungshaft an. Die Generalstaatsanwaltschaft wirft dem Jugendlichen die Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat vor.
Die Festnahme erfolgte bereits Anfang vergangener Woche im Rahmen eines größeren Ermittlungsverfahrens. Nach Angaben der Behörden sollen Hinweise verschiedener Sicherheitsorgane zu dem Zugriff geführt haben. Beteiligt gewesen seien unter anderem der Bundesnachrichtendienst, das Bundeskriminalamt, das Bundesamt für Verfassungsschutz sowie das Landeskriminalamt Hamburg. Die Ermittler gehen davon aus, dass durch das schnelle Eingreifen möglicherweise eine konkrete Gefahr verhindert werden konnte.
Bei Durchsuchungen fanden die Beamten mehrere Gegenstände, die nach Einschätzung der Ermittler zur Vorbereitung eines Anschlags geeignet gewesen sein könnten. Sichergestellt wurden unter anderem Universaldünger, flüssiger Grillanzünder, eine Sturmhaube sowie ein Messer. Laut den Ermittlungen soll sich der Jugendliche intensiv mit Möglichkeiten beschäftigt haben, Menschen zu verletzen oder zu töten. Dabei sollen sowohl Brand- oder Sprengsätze als auch Angriffe mit Messern im Raum gestanden haben.
Nach Informationen aus Ermittlerkreisen habe der Tatverdächtige geplant, wahllos sogenannte „Ungläubige“ anzugreifen. Als mögliche Ziele wurden öffentliche Orte wie Einkaufszentren, Bars oder sogar Polizeieinrichtungen genannt. Offizielle Angaben zu einem konkreten Anschlagsziel machten die Behörden bislang jedoch nicht. Die Ermittlungen dauern weiterhin an.
Besonders alarmierend ist aus Sicht der Sicherheitsbehörden der mutmaßlich islamistische Hintergrund der Tatpläne. Nach bisherigen Erkenntnissen soll sich der Jugendliche an Ideologien der Terrororganisation „Islamischer Staat“ orientiert haben. Ermittler prüfen derzeit, ob es Kontakte zu radikalen Netzwerken oder Kommunikation mit Extremisten im Internet gab. Auch digitale Datenträger und mögliche Chatverläufe werden ausgewertet.
Zusätzlich ordnete die Staatsanwaltschaft eine psychiatrische Begutachtung des 17-Jährigen an. Hintergrund seien weitere Ermittlungen, die bereits zuvor gegen ihn geführt worden seien. Ob psychische Probleme eine Rolle gespielt haben könnten, ist derzeit noch offen. Die Behörden wollen nun klären, wie konkret die mutmaßlichen Anschlagspläne bereits fortgeschritten waren und ob möglicherweise weitere Personen beteiligt gewesen sein könnten.
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt äußerte sich nach Bekanntwerden der Festnahme erleichtert über das Eingreifen der Sicherheitsbehörden. Er betonte, dass die Gefährdungslage durch islamistischen Terrorismus weiterhin hoch sei. Gerade junge Menschen würden sich zunehmend über soziale Netzwerke und radikale Inhalte im Internet extremisieren. Deshalb sei eine enge Zusammenarbeit der deutschen Sicherheitsbehörden wichtiger denn je.
Der Fall reiht sich in eine Serie ähnlicher Ermittlungen der vergangenen Monate ein. Immer wieder warnen Sicherheitsbehörden vor einer steigenden Gefahr durch radikalisierte Einzeltäter, die sich im Internet ideologisch beeinflussen lassen und anschließend Anschläge planen. Experten sehen insbesondere Jugendliche als gefährdet an, sich über soziale Medien und extremistische Propaganda zu radikalisieren.
Noch ist unklar, wann Anklage erhoben wird. Bis dahin gilt für den Jugendlichen die Unschuldsvermutung. Die Ermittlungen der Hamburger Behörden laufen derzeit mit Hochdruck weiter.
Quellen: Recherchen und Informationen unter anderem von Junge Freiheit, BILD, WELT sowie offiziellen Angaben der Ermittlungsbehörden.