Strategietreffen in Magdeburg: „Widersetzen“ plant Aktionen gegen die AfD rund um die Landtagswahl

Das Bündnis „Widersetzen“ bereitet sich in Magdeburg auf die heiße Phase des Landtagswahlkampfs in Sachsen-Anhalt vor. Neben Aktionen während des Wahlkampfs soll es auch um den Wahlabend und möglichen „zivilen Ungehorsam“ nach der Abstimmung gehen.

7/29/20263 min read

Bei Protesten gegen die AfD weht vor dem Magdeburger Dom eine Wideretzen-Flagge.
Bei Protesten gegen die AfD weht vor dem Magdeburger Dom eine Wideretzen-Flagge.
MAGDEBURG. Wenige Wochen vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt rückt der politische Protest gegen die AfD zunehmend in den Mittelpunkt. Das bundesweit aktive Bündnis „Widersetzen“ hat Aktivisten und Organisationen zu einem Treffen nach Magdeburg eingeladen, bei dem Strategien für den Wahlkampf sowie mögliche Aktionen nach der Abstimmung diskutiert werden sollen.

Die Veranstaltung findet am 26. Juli statt und richtet sich nach Angaben der Organisatoren an antifaschistische Initiativen, zivilgesellschaftliche Organisationen und Aktivisten aus Sachsen-Anhalt sowie aus anderen Teilen Deutschlands. Für die Presse ist das Treffen laut den öffentlich verfügbaren Angaben des Bündnisses nicht vorgesehen.

Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Gegner der AfD auf deren derzeitige politische Stärke in Sachsen-Anhalt reagieren wollen. „Widersetzen“ selbst verweist dabei auf die bevorstehende Landtagswahl am 6. September und warnt vor einer möglichen Regierungsbeteiligung beziehungsweise Regierungsübernahme durch die AfD.

Mehrere Arbeitsgruppen zu Wahlkampf und Zeit nach der Wahl

Nach einem Bericht von Apollo News, dem nach eigenen Angaben ein detaillierter Ablaufplan vorliegt, beginnt das Treffen am Vormittag. Nach der Begrüßung soll zunächst eine Podiumsdiskussion stattfinden. Inhaltlich dreht sie sich um die Frage, mit welchen Mitteln ein politischer Machtgewinn der AfD verhindert werden könne.

Anschließend sollen sich die Teilnehmer in mehreren Arbeitsgruppen mit unterschiedlichen Szenarien beschäftigen.

Ein Teil der Veranstaltung konzentriert sich dem Bericht zufolge auf Aktionen während des laufenden Wahlkampfs. Dabei sollen unter anderem Haustürgespräche und Informationsangebote diskutiert werden. Eine weitere Arbeitsgruppe beschäftigt sich ausdrücklich mit Aktionen gegen den AfD-Wahlkampf und mit Fragen der Mobilisierung sowie möglichen Aktionsformen.

Die Planungen reichen allerdings über den eigentlichen Wahltag hinaus. Weitere Gruppen sollen sich damit befassen, welche Aktivitäten am Wahlabend stattfinden könnten und wie anschließend gemeinsam mit breiteren Bündnissen vorgegangen werden kann.

Besondere Aufmerksamkeit dürfte eine Arbeitsgruppe erhalten, die sich laut dem veröffentlichten Ablauf mit „Zivilem Ungehorsam gegen die AfD nach dem 06.09.2026“ beschäftigt.

Welche konkreten Maßnahmen darunter diskutiert werden sollen, geht aus den öffentlich zugänglichen Informationen bislang nicht hervor.

„Widersetzen“ setzt auf bundesweite Mobilisierung

Das Bündnis ist bereits seit längerer Zeit mit Protestaktionen gegen Veranstaltungen der AfD aktiv und verfügt nach eigenen Angaben über Lokalgruppen in zahlreichen deutschen Städten.

Auch bei vergangenen AfD-Veranstaltungen mobilisierte „Widersetzen“ Unterstützer aus verschiedenen Regionen Deutschlands. Dabei spielten Demonstrationen und Blockadeaktionen eine wichtige Rolle.

Nach Protesten gegen die Gründung der neuen AfD-Jugendorganisation in Gießen Ende 2025 wurden beispielsweise zahlreiche Ermittlungsverfahren eingeleitet. Die Mehrheit der Demonstranten verhielt sich nach damaligen Berichten friedlich, gleichzeitig kam es jedoch zu Auseinandersetzungen mit Einsatzkräften und zur Räumung von Straßenblockaden.

Das Bündnis selbst betrachtet solche Mobilisierungen als politischen Erfolg und kündigte bereits nach früheren Protesten an, den Schwerpunkt verstärkt auf Sachsen-Anhalt zu richten.

Landtagswahl wird zum politischen Brennpunkt

Hintergrund der aktuellen Mobilisierung ist die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September 2026. „Widersetzen“ beschreibt die Möglichkeit eines starken AfD-Ergebnisses als zentrale politische Herausforderung und ruft deshalb zu einer bundesweiten Unterstützung der Protestbewegung im Land auf.

Die Organisatoren formulieren ihr Ziel eindeutig: Sie wollen politische und gesellschaftliche Strukturen aufbauen, die auch nach dem Wahltag handlungsfähig bleiben.

Das Magdeburger Treffen dient damit offenbar nicht nur der Vorbereitung einzelner Demonstrationen. Vielmehr soll eine längerfristige Strategie entstehen, die verschiedene Aktionsformen miteinander verbindet – vom klassischen politischen Informationsangebot über Demonstrationen und Mobilisierung bis hin zu angekündigtem zivilem Ungehorsam.

Nach der Arbeitsphase sollen die einzelnen Gruppen ihre Ergebnisse gemeinsam vorstellen. Das Ende des Treffens ist für den späten Nachmittag vorgesehen.

Welche konkreten Aktionen daraus für die kommenden Wochen entstehen, dürfte sich spätestens mit Beginn der entscheidenden Phase des Landtagswahlkampfs zeigen. Klar ist bereits jetzt: Das Bündnis will Sachsen-Anhalt zu einem Schwerpunkt seiner Aktivitäten machen und sich dabei nicht ausschließlich auf den Wahltag konzentrieren. Auch für die Zeit nach dem 6. September werden bereits konkrete Proteststrategien vorbereitet.

Kontakt

Wir sind für Ihre Fragen jederzeit erreichbar.

Email

info@adlerjournal.de

© 2025. All rights reserved.