Schüsse im Offenbacher Freibad: Jugendlicher greift Sicherheitsmitarbeiter an – Polizei fahndet nach Täter
Eskalation in einem Offenbacher Freibad: Nach einem Streit soll ein Jugendlicher einen Sicherheitsmitarbeiter attackiert und anschließend einen Schuss abgegeben haben. Die Polizei sucht Zeugen und ermittelt wegen des Vorfalls.
6/25/20262 min read


Ein gewaltsamer Zwischenfall im Waldschwimmbad Rosenhöhe in Offenbach sorgt für Aufsehen. Am Mittwochabend kam es dort zu einer Auseinandersetzung zwischen einem Jugendlichen und einem Sicherheitsmitarbeiter, die schließlich eskalierte. Nach Angaben der Polizei wurde der 36-jährige Mitarbeiter zunächst körperlich angegriffen. Anschließend soll der Jugendliche einen Schuss aus einer bislang nicht eindeutig identifizierten Waffe abgegeben haben. Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren.
Nach bisherigen Erkenntnissen ereignete sich der Vorfall gegen 18.50 Uhr im Bereich des Ausgangs des Freibads. Zwischen dem Jugendlichen und dem Sicherheitsmitarbeiter soll es zunächst zu einem Streit gekommen sein. Im Verlauf der Auseinandersetzung griff der bislang unbekannte Täter den 36-Jährigen an und feuerte anschließend einen Schuss ab. Noch ist unklar, um welche Art von Waffe es sich handelte. Die Ermittler prüfen derzeit, ob eine Schreckschusswaffe oder eine Pfefferpistole eingesetzt wurde.
Der Sicherheitsmitarbeiter erlitt bei dem Angriff eine Platzwunde und musste zur weiteren Behandlung in ein Krankenhaus gebracht werden. Nach Angaben der Polizei bestand keine Lebensgefahr. Darüber hinaus wurde auch ein 19-jähriger Mann im Zusammenhang mit dem Vorfall verletzt. Wie genau es zu dessen Verletzungen kam und welche Rolle er bei dem Geschehen spielte, ist bislang Gegenstand der laufenden Ermittlungen.
Besonders brisant: Die beiden Beteiligten waren sich offenbar bereits wenige Tage zuvor begegnet. Nach Angaben der Polizei hatte es schon am Montag einen Streit zwischen dem Sicherheitsmitarbeiter und dem Jugendlichen gegeben. Damals war der junge Mann aufgrund des Konflikts vom Gelände des Freibads verwiesen worden. Zwei Tage später kam es dann erneut zu einem Aufeinandertreffen – diesmal mit deutlich schwerwiegenderen Folgen.
Der mutmaßliche Täter konnte nach dem Vorfall flüchten und wird derzeit von der Polizei gesucht. Zeugen beschreiben ihn als etwa 14 bis 16 Jahre alt. Weitere Angaben zu seiner Identität oder seinem Aufenthaltsort liegen bislang nicht vor. Die Ermittler hoffen nun auf Hinweise aus der Bevölkerung, um den Jugendlichen ausfindig machen zu können und den genauen Ablauf der Tat zu rekonstruieren.
Noch offen ist insbesondere die Frage, welche Waffe tatsächlich verwendet wurde. Während Schreckschusswaffen in erster Linie Kartuschenmunition verschießen und vor allem eine laute Knallwirkung erzeugen, können Pfefferpistolen Reizstoffe verschießen, die erhebliche Verletzungen verursachen können. Welche Variante im konkreten Fall eingesetzt wurde, soll nun durch kriminaltechnische Untersuchungen geklärt werden.
Die Polizei hat umfangreiche Ermittlungen aufgenommen. Neben der Suche nach dem flüchtigen Jugendlichen werden Zeugen befragt und mögliche Spuren ausgewertet. Auch der Hintergrund der erneuten Auseinandersetzung soll geklärt werden. Bislang gibt es keine Hinweise darauf, dass weitere Personen unmittelbar an dem Angriff beteiligt waren.
Der Vorfall reiht sich in eine Serie von Einsätzen ein, bei denen Sicherheitskräfte oder Mitarbeiter öffentlicher Einrichtungen Ziel von Angriffen wurden. Gerade in Freibädern kommt es insbesondere während der Sommermonate immer wieder zu Konflikten, bei denen Sicherheitsdienste einschreiten müssen. Der aktuelle Fall in Offenbach sticht jedoch durch den mutmaßlichen Schusswaffeneinsatz besonders hervor und beschäftigt nun die Ermittlungsbehörden.
Die Polizei bittet Zeugen, die den Vorfall beobachtet haben oder Angaben zum flüchtigen Jugendlichen machen können, sich bei den zuständigen Ermittlern zu melden. Bis zum Abschluss der Ermittlungen gilt selbstverständlich die Unschuldsvermutung.