Schüsse am Frankfurter Hauptbahnhof: Angriff auf Polizisten endet mit Schusswaffeneinsatz
Ein 44-Jähriger soll im Frankfurter Bahnhofsviertel einen Polizisten mit einem spitzen Gegenstand angegriffen haben. Nachdem der Mann trotz mehrfacher Aufforderungen weiter auf die Beamten zuging, fielen Schüsse. Nun laufen Ermittlungen gegen den Tatverdächtigen – und wie üblich auch gegen die beteiligten Polizeibeamten.
6/25/20262 min read


Im Frankfurter Bahnhofsviertel ist es während eines Polizeieinsatzes zu einem Schusswaffengebrauch gekommen. Ein 44 Jahre alter Mann wurde dabei schwer verletzt, nachdem er zuvor nach bisherigen Erkenntnissen einen Polizeibeamten mit einem spitzen Gegenstand angegriffen haben soll. Die Ermittlungen zum genauen Ablauf des Vorfalls dauern derzeit an.
Der Zwischenfall ereignete sich im Bereich des Kaisertors in unmittelbarer Nähe des Frankfurter Hauptbahnhofs. Dort führte die Polizei im Rahmen ihrer regelmäßigen Maßnahmen zur Bekämpfung von Drogen- und Straßenkriminalität umfangreiche Kontrollen durch. Das Bahnhofsviertel gilt seit Jahren als einer der kriminalitätsbelastetsten Bereiche der Mainmetropole und steht deshalb regelmäßig im Fokus größerer Polizeieinsätze.
Nach Angaben der Ermittlungsbehörden gehörte der spätere Tatverdächtige zunächst nicht zu den kontrollierten Personen. Zwei Polizeibeamte befanden sich bereits auf dem Rückweg zu ihrem Streifenwagen, als sich der Vorfall entwickelte. Nach bisherigem Stand soll der Mann einen Beamten plötzlich angegriffen und mit einem spitzen Gegenstand verletzt haben. Der Polizist erlitt dabei eine Verletzung an der Hand.
Im weiteren Verlauf forderten die Beamten den Mann mehrfach auf, stehen zu bleiben und den Gegenstand niederzulegen. Gleichzeitig wurde ihm der mögliche Einsatz der Schusswaffe angedroht. Nach bisherigen Erkenntnissen ignorierte der 44-Jährige diese Aufforderungen jedoch und bewegte sich weiter auf die Einsatzkräfte zu.
Daraufhin kam es zum Schusswaffengebrauch durch die Polizei. Der Mann wurde schwer verletzt und brach zusammen. Noch am Einsatzort leisteten die Beamten Erste Hilfe, bevor Rettungskräfte den Verletzten in ein Krankenhaus brachten. Nach Angaben der Ermittler bestand zu keinem Zeitpunkt Lebensgefahr.
Auch der verletzte Polizeibeamte musste medizinisch versorgt werden. Seine Verletzungen gelten nach bisherigen Informationen jedoch als vergleichsweise leicht.
Die Staatsanwaltschaft und das Hessische Landeskriminalamt haben die Ermittlungen übernommen. Gegen den 44-Jährigen wird unter anderem wegen des Verdachts des tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte, des Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte sowie der gefährlichen Körperverletzung ermittelt.
Parallel dazu wurde – wie bei Schusswaffeneinsätzen der Polizei üblich – auch gegen die beteiligten Beamten ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung im Amt eingeleitet. Dieses Verfahren dient der unabhängigen rechtlichen Prüfung des Schusswaffengebrauchs und bedeutet keine Vorverurteilung der eingesetzten Polizisten.
Nach Angaben der Ermittlungsbehörden handelt es sich bei dem Tatverdächtigen um einen serbischen Staatsangehörigen. Zudem liegen Hinweise darauf vor, dass der Mann an einer schweren psychischen Erkrankung leidet und drogenabhängig sein könnte. Aus diesem Grund wurde beim zuständigen Gericht die vorläufige Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus beantragt.
In sozialen Netzwerken verbreiteten sich kurz nach dem Vorfall mehrere Videos, die Teile des Einsatzes zeigen sollen. Auf den Aufnahmen ist zu erkennen, wie die Beamten mit gezogenen Dienstwaffen rückwärts gehen, während der Mann weiter auf sie zukommt. Kurz darauf sind Schüsse zu hören. Die Authentizität und vollständige Aussagekraft der Videos ist Gegenstand der laufenden Ermittlungen.
Der Vorfall sorgt erneut für Diskussionen über die Sicherheitslage rund um den Frankfurter Hauptbahnhof. Das Bahnhofsviertel steht seit längerer Zeit wegen Drogenkriminalität, Gewalt und Straßenkriminalität im Fokus von Polizei und Politik. Regelmäßige Großkontrollen sollen die Situation verbessern und die Sicherheit für Anwohner, Pendler und Besucher erhöhen.
Die Ermittlungen zum genauen Ablauf dauern weiterhin an. Insbesondere soll geklärt werden, wie viele Beamte ihre Dienstwaffe eingesetzt haben und ob der Schusswaffengebrauch unter den gegebenen Umständen rechtlich gerechtfertigt war. Weitere Erkenntnisse werden nach Abschluss der kriminaltechnischen Untersuchungen und der Vernehmung von Zeugen erwartet.