Schottische Flüchtlingshelferin in Griechenland getötet – Leiche von Elisabeth-Jane Ross in Koffer entdeckt, afghanischer Tatverdächtiger festgenommen
Sie reiste aus Schottland nach Griechenland, um Geflüchteten zu helfen – wenige Wochen später wurde Elisabeth-Jane Ross tot in einem Koffer gefunden. Ein afghanischer Asylberechtigter wurde wegen des mutmaßlichen Verbrechens festgenommen. Die Ermittlungen dauern an.
8/5/20262 min read


Ein erschütternder Kriminalfall sorgt derzeit in Griechenland und Großbritannien für großes Aufsehen. Die 38-jährige Schottin Elisabeth-Jane Ross, die sich seit Jahren ehrenamtlich für Flüchtlinge und Menschen in Not engagierte, wurde tot in einem Koffer in Athen entdeckt. Die Polizei hat inzwischen einen 26-jährigen afghanischen Asylberechtigten festgenommen, gegen den wegen des Verdachts des vorsätzlichen Tötungsdelikts ermittelt wird.
Ross stammte aus Edinburgh und war regelmäßig nach Griechenland gereist, um dort Hilfsorganisationen bei der Versorgung von Geflüchteten und obdachlosen Menschen zu unterstützen. Nach Angaben ihres Umfelds galt sie als engagierte Helferin, die sich mit großem Einsatz für humanitäre Projekte einsetzte. Im Juni war sie erneut nach Athen gereist, um ihre ehrenamtliche Arbeit fortzuführen.
Als Freunde und Angehörige längere Zeit keinen Kontakt mehr zu ihr herstellen konnten, wuchs die Sorge. Wenig später machte die griechische Polizei einen grausamen Fund: In einem verlassenen Gebäude in Athen wurde ein Koffer entdeckt, in dem sich die sterblichen Überreste der 38-Jährigen befanden. Aufgrund des fortgeschrittenen Zustands der Leiche gestaltete sich die Identifizierung schwierig. Mithilfe von Fingerabdrücken sowie der Zusammenarbeit mit internationalen Behörden konnte schließlich bestätigt werden, dass es sich um Elisabeth-Jane Ross handelte.
Die Ermittler werteten anschließend umfangreiches Videomaterial aus Überwachungskameras aus. Dabei geriet ein 26-jähriger Mann ins Visier der Polizei. Die griechischen Behörden bezeichnen ihn offiziell lediglich als ausländischen Staatsangehörigen mit anerkanntem Asylstatus. Mehrere Medien berichten, dass es sich um einen Mann afghanischer Herkunft handelt. Offiziell bestätigt wurde seine Nationalität von den Behörden jedoch bislang nicht.
Nach seiner Festnahme erhoben die Ermittler schwere Vorwürfe gegen den Verdächtigen. Neben dem Mordverdacht wird ihm vorgeworfen, nach dem Tod der Frau ihre Bankkarten genutzt und mehr als 10.000 Euro von ihren Konten abgehoben zu haben. Zudem soll er ihr Mobiltelefon verwendet haben, um Nachrichten zu verschicken und dadurch den Eindruck zu erwecken, sie sei noch am Leben. Die Ermittler vermuten, dass dadurch ihre Vermisstenmeldung verzögert werden sollte.
Der Beschuldigte räumt nach Angaben der Ermittlungsbehörden ein, den Koffer mit dem Leichnam transportiert und versteckt zu haben. Eine Beteiligung an der Tötung weist er jedoch zurück. Die Polizei geht den Aussagen weiterhin nach und wertet zusätzliche Beweise aus.
Die genaue Todesursache steht bislang noch nicht endgültig fest. Erste rechtsmedizinische Untersuchungen deuten darauf hin, dass Ross möglicherweise erstickt sein könnte. Für eine abschließende Klärung warten die Behörden jedoch noch auf weitere forensische und toxikologische Untersuchungsergebnisse. Erst danach soll endgültig festgestellt werden, wie die Frau ums Leben kam.
Der Fall hat sowohl in Griechenland als auch in Großbritannien große Betroffenheit ausgelöst. Freunde und Weggefährten beschreiben Elisabeth-Jane Ross als warmherzige und hilfsbereite Frau, die einen großen Teil ihres Lebens dem Einsatz für Menschen in schwierigen Lebenslagen gewidmet habe. Besonders ihre Kirchengemeinde in Edinburgh würdigte ihr langjähriges humanitäres Engagement und zeigte sich tief erschüttert über ihren Tod.
Die Ermittlungen der griechischen Mordkommission dauern derzeit an. Neben der genauen Rekonstruktion der letzten Stunden des Opfers versuchen die Behörden insbesondere das Motiv der Tat vollständig aufzuklären. Bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung gilt für den festgenommenen Mann die Unschuldsvermutung.