Schock an Gymnasium: Schusswaffe versagt – 16-Jähriger soll zwei Schülerinnen mit Messer schwer verletzt haben

Großeinsatz an einem Gymnasium in Bayern: Ein 16-Jähriger soll zunächst mit einer Schusswaffe aufgetaucht sein. Nachdem diese versagte, soll er zwei 13-jährige Schülerinnen mit einem Messer schwer verletzt haben. Die Polizei nahm den Verdächtigen fest – die Hintergründe der Tat werden derzeit untersucht.

7/8/20262 min read

Polizeiauto und Absperrband vor einem Gymnasium nach einem Messerangriff durch einen 16-jährigen Schüler.
Polizeiauto und Absperrband vor einem Gymnasium nach einem Messerangriff durch einen 16-jährigen Schüler.
Ein schwerer Gewaltvorfall an einem Gymnasium im oberbayerischen Schongau hat am Mittwoch für Entsetzen gesorgt. Während des laufenden Schulbetriebs kam es auf dem Gelände des Welfen-Gymnasiums zu einer mutmaßlichen Amoktat, bei der zwei 13-jährige Schülerinnen schwer verletzt wurden. Der tatverdächtige Jugendliche, ein 16-Jähriger, wurde kurze Zeit später von Einsatzkräften festgenommen.

Nach bisherigen Erkenntnissen der Ermittlungsbehörden ereignete sich die Tat gegen Mittag. Zahlreiche Notrufe gingen bei der Polizei ein, woraufhin ein Großaufgebot an Einsatzkräften zur Schule ausrückte. Innerhalb kürzester Zeit wurde das gesamte Schulgelände abgesichert. Neben zahlreichen Polizeistreifen waren auch Rettungsdienste und ein Polizeihubschrauber im Einsatz.

Nach Angaben von Bundesinnenminister Alexander Dobrindt soll sich der Tatverdächtige zunächst mit einer Schusswaffe dem Schulgelände genähert und einen Schuss abgegeben haben. Dieser traf nach bisherigem Kenntnisstand niemanden. Anschließend soll die Waffe versagt haben, wodurch weitere Schüsse verhindert wurden. Danach soll der Jugendliche ein Messer gezogen und zwei Schülerinnen angegriffen haben. Beide Mädchen erlitten schwere Verletzungen, befinden sich nach offiziellen Angaben jedoch nicht in Lebensgefahr.

Der 16-Jährige konnte wenig später überwältigt und festgenommen werden. Lehrkräfte sowie die alarmierten Polizeibeamten griffen nach bisherigen Informationen schnell ein und verhinderten möglicherweise weitere Angriffe. Die Polizei stellte beim Tatverdächtigen sowohl eine Schusswaffe als auch ein Messer sicher. Welche Art von Schusswaffe verwendet wurde und warum sie versagte, ist derzeit Bestandteil der kriminaltechnischen Untersuchungen.

Die Ermittler prüfen derzeit intensiv die Hintergründe der Tat. Offiziell sprechen Polizei und Staatsanwaltschaft von Hinweisen auf eine Amoktat. Gleichzeitig wird untersucht, ob die beiden verletzten Schülerinnen gezielt angegriffen wurden oder ob sie Zufallsopfer waren. Ein mögliches Motiv konnte bislang noch nicht bestätigt werden.

Nach Angaben des bayerischen Innenministers Joachim Herrmann handelt es sich bei dem Tatverdächtigen um einen kroatischen Staatsangehörigen. Zudem sei bekannt geworden, dass der Jugendliche in der Vergangenheit psychiatrisch behandelt worden war. Ob dieser Umstand im Zusammenhang mit der Tat steht, ist bislang völlig offen und Gegenstand der laufenden Ermittlungen.

Für die Schülerinnen und Schüler sowie die Lehrkräfte war der Vorfall ein Schock. Viele mussten das Schulgebäude unter Polizeibegleitung verlassen. Angehörige wurden in einer eigens eingerichteten Betreuungsstelle informiert und psychologisch begleitet. Auch für Zeugen und Betroffene wurden Notfallseelsorger und Kriseninterventionsteams eingesetzt.

Der Vorfall sorgte bundesweit für große Bestürzung. Politiker verschiedener Parteien äußerten ihre Anteilnahme gegenüber den Opfern und ihren Familien. Gleichzeitig wurde den Einsatzkräften für ihr schnelles Handeln gedankt, durch das möglicherweise Schlimmeres verhindert werden konnte.

Während die kriminalpolizeilichen Ermittlungen weiterlaufen, versuchen die Behörden nun den genauen Ablauf der Tat zu rekonstruieren. Dazu werden Zeugen befragt, Videoaufnahmen ausgewertet und sämtliche Spuren untersucht. Besonders im Fokus steht die Frage, ob es bereits im Vorfeld Hinweise auf die Tat gegeben hat und ob diese hätten erkannt werden können.

Die Schule bleibt vorerst ein zentraler Ort der Ermittlungen. Wann der reguläre Unterricht wieder aufgenommen werden kann, ist derzeit noch unklar. Für Schülerinnen, Schüler, Lehrkräfte und Eltern wurden Unterstützungsangebote eingerichtet, um die belastenden Ereignisse aufzuarbeiten.

Viele Fragen sind zum jetzigen Zeitpunkt noch unbeantwortet. Klar ist jedoch, dass der Vorfall in Schongau erneut eine Debatte über Gewalt an Schulen, Präventionsmaßnahmen und den Umgang mit möglichen Gefährdungshinweisen auslösen dürfte. Die Ermittlungsbehörden betonen, dass bis zum Abschluss der Untersuchungen weiterhin die Unschuldsvermutung gilt und zahlreiche Details erst noch geklärt werden müssen.

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