Reizgas-Angriff im Jugendclub Berlin

In Berlin stürmen maskierte Jugendliche einen Jugendclub und setzen Reizgas ein, was zu Verletzungen von 15 Kindern führt. Die Täter entkommen unerkannt auf E-Scootern. Die Polizei ermittelt und viele Fragen bleiben offen.

4/26/20262 min read

Police cordoned off a Berlin youth club at night after a tear gas attack with suspects fleeing on e-scooters.
Police cordoned off a Berlin youth club at night after a tear gas attack with suspects fleeing on e-scooters.
Am späten Freitagnachmittag ist es in einem Jugendclub im Berliner Stadtteil Marzahn zu einem beunruhigenden Vorfall gekommen: Mehrere bislang unbekannte Jugendliche haben in der Einrichtung Reizgas versprüht und dabei zahlreiche Kinder verletzt.

Nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei betraten zwei bis drei maskierte Täter gegen 17:30 Uhr das Jugendhaus. Dort sollen sie gezielt ein Kind angesprochen haben. Dieses reagierte offenbar sofort und flüchtete aus der Situation. Kurz darauf eskalierte die Lage: Die Jugendlichen setzten Reizgas ein, das sich rasch in den Räumlichkeiten verbreitete.

Die Folgen waren erheblich. Insgesamt 15 Kinder und Jugendliche im Alter zwischen acht und 15 Jahren wurden durch das Gas verletzt. Viele klagten über Reizungen der Atemwege sowie der Augen – typische Symptome bei Kontakt mit Pfefferspray oder ähnlichen Substanzen. Rettungskräfte waren schnell vor Ort und versorgten die Betroffenen. In mehreren Fällen mussten die Augen der Kinder ausgespült werden. Glücklicherweise war nach aktuellem Stand keine stationäre Behandlung im Krankenhaus notwendig.

Das betroffene Jugendzentrum ist eine wichtige Anlaufstelle für junge Menschen im Bezirk und wird täglich von zahlreichen Kindern genutzt. Umso größer ist die Betroffenheit über den Angriff, der sich mitten im regulären Betrieb ereignete.

Nach der Tat flüchteten die Angreifer umgehend. Laut Zeugenaussagen entfernten sie sich auf E-Scootern vom Tatort, was ihre Identifizierung zusätzlich erschwert. Die Polizei hat Ermittlungen aufgenommen und prüft nun, wer hinter der Tat steckt und welches Motiv die Täter gehabt haben könnten. Derzeit wird wegen Körperverletzung ermittelt.

Besonders auffällig ist, dass die Täter offenbar gezielt vorgingen – zumindest zu Beginn, als sie ein bestimmtes Kind ansprachen. Ob dieses Kind das eigentliche Ziel der Attacke war oder ob es sich um eine zufällige Eskalation handelte, ist derzeit noch unklar. Auch Hinweise auf einen konkreten Hintergrund oder eine Verbindung zwischen Tätern und Opfern liegen bislang nicht vor.

Der Vorfall reiht sich in eine Serie ähnlicher Ereignisse ein. Bereits im Dezember des vergangenen Jahres kam es in einer anderen Berliner Jugendeinrichtung zu einer vergleichbaren Attacke. Damals verschaffte sich eine größere Gruppe Zugang zu einem Jugendzentrum und setzte ebenfalls Reizgas ein. Auch dort wurden mehrere Kinder und Erwachsene verletzt.

Solche Vorfälle werfen erneut Fragen zur Sicherheit in öffentlichen Einrichtungen für Kinder und Jugendliche auf. Gerade Orte wie Jugendclubs gelten eigentlich als geschützte Räume, in denen junge Menschen ihre Freizeit verbringen und soziale Kontakte pflegen können. Angriffe dieser Art sorgen daher nicht nur für körperliche, sondern auch für psychische Belastungen bei den Betroffenen.

Die Ermittlungen der Polizei dauern an. Hinweise aus der Bevölkerung könnten eine entscheidende Rolle spielen, um die Täter zu identifizieren. Bislang gibt es jedoch keine konkreten Fahndungsergebnisse.

Für die betroffenen Kinder und ihre Familien bleibt vor allem die Hoffnung, dass sich ein solcher Vorfall nicht wiederholt – und dass die Verantwortlichen schnell zur Rechenschaft gezogen werden.

Quellen: Medienberichte, Polizeiangaben und eigene Recherchen