NRW: Zwei mutmaßliche IS-Mitglieder festgenommen – Ermittlungen von Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf und LKA führen zu Zugriffen

Große Anti-Terror-Razzia in Nordrhein-Westfalen: In Höxter und Bottrop wurden zwei mutmaßliche IS-Mitglieder festgenommen. Nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf und des LKA NRW sollen die Männer zwischen 2015 und 2016 für die Terrororganisation "Islamischer Staat" im Irak gekämpft haben. Alle Hintergründe jetzt im Artikel.

8/6/20262 min read

Deutsche Polizisten am Tatort in NRW im Zusammenhang mit der Festnahme mutmaßlicher IS-Mitglieder.
Deutsche Polizisten am Tatort in NRW im Zusammenhang mit der Festnahme mutmaßlicher IS-Mitglieder.
Bei einem groß angelegten Polizeieinsatz in Nordrhein-Westfalen sind am Donnerstagmorgen zwei Männer festgenommen worden, gegen die wegen des Verdachts der Mitgliedschaft in der Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS) ermittelt wird. Die Maßnahmen fanden zeitgleich in Höxter und Bottrop statt und wurden nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf gemeinsam mit dem Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen durchgeführt.

Den Ermittlungsbehörden zufolge handelt es sich bei den Beschuldigten um zwei irakische Staatsangehörige. Ihnen wird vorgeworfen, sich in den Jahren 2015 und 2016 im Irak der Terrororganisation IS angeschlossen und dort an bewaffneten Einsätzen beteiligt zu haben. Die Generalstaatsanwaltschaft wirft den Männern die Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung im Ausland vor. Für beide Beschuldigten gilt bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung die Unschuldsvermutung.

Die Festnahmen erfolgten in den frühen Morgenstunden. Nach bisherigen Informationen verliefen die Zugriffe ohne Zwischenfälle. Spezialkräfte nahmen die Verdächtigen in ihren Wohnorten fest. Im Anschluss wurden die Wohnungen durchsucht. Dabei stellten die Ermittler unter anderem Mobiltelefone, Computer und weitere digitale Datenträger sicher, die nun ausgewertet werden sollen. Die Ermittler erhoffen sich davon zusätzliche Erkenntnisse über mögliche Kontakte sowie die Aktivitäten der Beschuldigten.

Die Ermittlungen laufen bereits seit mehreren Monaten. Nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf und des Landeskriminalamts Nordrhein-Westfalen wurde das Verfahren bereits im März eingeleitet. Ausschlaggebend sollen neue Beweismittel gewesen sein, die deutschen Sicherheitsbehörden Hinweise auf die mutmaßliche Beteiligung der Männer an der Terrororganisation geliefert haben.

Im Mittelpunkt der Vorwürfe steht die Zeit zwischen Mitte 2015 und Ende 2016. Nach dem derzeitigen Ermittlungsstand sollen die beiden Männer in diesem Zeitraum für den sogenannten "Islamischen Staat" im Irak aktiv gewesen sein. Die Behörden gehen davon aus, dass sie sich dort bewaffnet an Kampfhandlungen beteiligt haben sollen. Ob und in welchem Umfang sich diese Vorwürfe letztlich bestätigen lassen, wird Gegenstand der weiteren Ermittlungen und eines möglichen Gerichtsverfahrens sein.

Nach Angaben der Ermittlungsbehörden wurden die Verdächtigen durch sogenannte "Battlefield Evidence" identifiziert. Dabei handelt es sich um Beweismaterialien und Dokumente, die in ehemaligen Kampfgebieten des IS sichergestellt wurden. Solche Unterlagen können unter anderem Informationen über Mitglieder, Einheiten oder organisatorische Strukturen der Terrororganisation enthalten und dienen internationalen Ermittlungsbehörden häufig als Grundlage für Strafverfahren gegen mutmaßliche IS-Angehörige.

Gegen beide Männer lagen bereits Haftbefehle vor. Sie sollen nach ihrer Festnahme einem Ermittlungsrichter vorgeführt werden. Die beschlagnahmten elektronischen Geräte werden nun forensisch ausgewertet, um weitere Erkenntnisse über mögliche Kontakte oder weitere Straftaten zu gewinnen.

Nach derzeitigem Stand betonen die Ermittlungsbehörden jedoch ausdrücklich, dass keine Hinweise auf konkrete Anschlagspläne oder eine akute Gefährdung in Deutschland vorliegen. Die laufenden Auswertungen dienen vor allem dazu, den Tatvorwurf weiter aufzuklären und mögliche Verbindungen zu anderen Personen oder Strukturen zu überprüfen.

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