Nach Schließung erneut attackiert: Christliches Café in Leipzig wird wieder Ziel einer mutmaßlich linksextremen Aktion

Trotz der bereits erfolgten Schließung bleibt das ehemalige Café „Stay“ in Leipzig im Visier mutmaßlich linksextremer Täter. Nach zahlreichen Angriffen in den vergangenen Jahren kam es nun erneut zu einer Sachbeschädigung – begleitet von einem Bekennerschreiben.

7/16/20262 min read

Vandalisierte Fassade des Stay Cafés in Leipzig mit Graffiti und zerbrochener Fensterscheibe, Berich
Vandalisierte Fassade des Stay Cafés in Leipzig mit Graffiti und zerbrochener Fensterscheibe, Berich
In Leipzig sorgt ein weiterer Angriff auf das inzwischen geschlossene christliche Café „Stay“ für Aufsehen. Obwohl der Betrieb bereits eingestellt wurde, haben Unbekannte erneut die Fassade des Lokals beschädigt und ihre Tat in einem anonymen Schreiben öffentlich kommentiert. Der Vorfall reiht sich in eine lange Serie von Angriffen ein, die sich über mehrere Jahre gegen das Café und dessen Betreiber richteten.

Das Café wurde von der freikirchlichen Zeal Church betrieben und galt über lange Zeit als wiederkehrendes Ziel mutmaßlich linksextrem motivierter Sachbeschädigungen. Nach Angaben der Gemeinde kam es seit der Eröffnung zu insgesamt 26 Angriffen – darunter eingeschlagene Fensterscheiben, Farbschmierereien und Buttersäure-Attacken, die erhebliche Schäden verursachten. Die finanziellen Belastungen summierten sich laut der Gemeinde auf rund 160.000 Euro und führten schließlich zur endgültigen Schließung des Betriebs.

Doch auch nach dem Aus des Cafés endeten die Angriffe offenbar nicht. Anfang Juli wurden erneut Schmierereien an den ehemaligen Geschäftsräumen festgestellt. Dabei hinterließen die Täter unter anderem beleidigende Parolen an den Fenstern. Parallel dazu erschien auf der linksextremen Plattform Indymedia ein anonymes Bekennerschreiben, in dem die Schließung des Cafés ausdrücklich als Erfolg gefeiert wurde. Dem Schreiben war zudem ein Foto beigefügt, das mehrere vermummte Personen mit Transparenten und Pyrotechnik vor dem Gebäude zeigen soll.

In dem veröffentlichten Text erklären die mutmaßlichen Verfasser, man werde auch künftig aufmerksam bleiben, da die dahinterstehende Kirchengemeinde ihre Überzeugungen weiterhin vertrete. Die Autoren beziehen sich dabei auf die konservativen Positionen der Freikirche zu Ehe und Familie sowie deren Ablehnung kirchlicher Trauungen homosexueller Paare. Genau diese Haltung war bereits in der Vergangenheit wiederholt als Begründung für Angriffe genannt worden.

Die Zeal Church reagierte mit einer öffentlichen Erklärung auf die jüngsten Ereignisse. Darin zeigt sich die Gemeinde enttäuscht darüber, dass die Schließung des Cafés von den mutmaßlichen Tätern als Triumph gefeiert werde. Gleichzeitig betont sie, dass das Ende des Cafébetriebs nicht das Ende der kirchlichen Arbeit bedeute. Die Gemeinde wolle ihre Aktivitäten in Leipzig fortsetzen und sich von Gewalt oder Einschüchterung nicht von ihrem Auftrag abbringen lassen.

Bereits während der zurückliegenden Angriffswelle hatte die Gemeinde mehrfach darauf hingewiesen, dass nicht nur erhebliche Sachschäden entstanden seien, sondern auch Mitarbeiter und Ehrenamtliche unter den ständigen Attacken gelitten hätten. Wiederholte Reparaturen, längere Betriebsschließungen sowie hohe Renovierungskosten machten einen wirtschaftlichen Weiterbetrieb letztlich unmöglich.

Die Vorfälle hatten in den vergangenen Monaten auch eine politische Debatte ausgelöst. Während Vertreter der Kirchengemeinde die Angriffe als Eingriffe in die Religionsfreiheit bewerteten, wurde dies von Teilen der Stadtverwaltung zunächst anders eingeordnet. Später erklärte die Stadt Leipzig jedoch, dass die zahlreichen Attacken nicht hinnehmbar seien und sehr wohl einen Bezug zur verfassungsrechtlich geschützten Religionsfreiheit aufweisen könnten.

Mit dem jüngsten Angriff wird deutlich, dass die Spannungen rund um das ehemalige Café auch nach dessen Schließung nicht vollständig abgeklungen sind. Die Ermittlungsbehörden werden sich nun erneut mit den Sachbeschädigungen und dem veröffentlichten Bekennerschreiben beschäftigen. Ob Tatverdächtige identifiziert werden können, ist derzeit nicht bekannt.

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