Nach Ronzheimer-Interview: Ahmad Mansour warnt vor anhaltender Terrorgefahr in Deutschland

Islamismus-Experte Ahmad Mansour schlägt im Gespräch mit Ronzheimer Alarm: Die Gefahr islamistischer Anschläge sei weiterhin hoch. Warum er mehr Prävention, konsequentes Handeln und eine offene Debatte fordert – jetzt im Artikel.

7/30/20262 min read

Ahmad Mansour warnt in einem Interview mit dem Adler Journal vor Terrorgefahren in Deutschland.
Ahmad Mansour warnt in einem Interview mit dem Adler Journal vor Terrorgefahren in Deutschland.
Der Psychologe und Islamismus-Experte Ahmad Mansour sieht Deutschland weiterhin mit einer erheblichen Bedrohung durch islamistischen Extremismus konfrontiert. In einem Gespräch im Podcast „RONZHEIMER.“ machte er deutlich, dass aus seiner Sicht die Gefahr weiterer Anschläge nicht verschwunden sei. Vielmehr warnt er davor, die aktuelle Sicherheitslage zu unterschätzen und sich nach einzelnen Ereignissen wieder dem politischen Alltag zuzuwenden.

Mansour beschäftigt sich seit vielen Jahren mit den Themen Radikalisierung, Extremismusprävention und Integration. Aufgrund seiner öffentlichen Positionen steht er nach eigenen Angaben selbst unter besonderem Schutz der Sicherheitsbehörden. Im Gespräch betonte er, dass sich islamistische Ideologien weiterhin über verschiedene Wege verbreiten und insbesondere soziale Medien eine immer wichtigere Rolle bei der Radikalisierung junger Menschen spielen könnten.

Nach seiner Einschätzung reicht es deshalb nicht aus, ausschließlich auf die Strafverfolgung nach bereits begangenen Anschlägen zu setzen. Vielmehr müsse Präventionsarbeit deutlich früher ansetzen. Dazu gehörten unter anderem Bildungsangebote, eine konsequente Auseinandersetzung mit extremistischen Ideologien sowie eine bessere Unterstützung derjenigen, die sich gegen Radikalisierung engagieren.

Mansour weist seit Jahren darauf hin, dass islamistischer Extremismus nicht nur als Sicherheitsproblem betrachtet werden dürfe. Vielmehr handele es sich um eine ideologische Herausforderung, die langfristige gesellschaftliche Antworten erfordere. Aus seiner Sicht müsse klar zwischen der großen Mehrheit friedlicher Muslime und islamistischen Gruppierungen unterschieden werden, die demokratische Werte ablehnen und Gewalt legitimieren. Diese Differenzierung sei wichtig, um einerseits Extremismus wirksam zu bekämpfen und andererseits pauschale Vorurteile gegenüber Muslimen zu vermeiden.

Ein weiterer Schwerpunkt seiner Aussagen betrifft die politische Debatte in Deutschland. Mansour fordert seit Langem eine offenere Diskussion über Islamismus und Radikalisierung. Seiner Ansicht nach dürften problematische Entwicklungen weder verharmlost noch aus Angst vor gesellschaftlichen Spannungen tabuisiert werden. Gleichzeitig spricht er sich dafür aus, liberale und demokratisch orientierte muslimische Stimmen stärker einzubeziehen, um extremistischen Narrativen entgegenzutreten.

Auch die Sicherheitsbehörden stehen nach seiner Einschätzung weiterhin vor großen Herausforderungen. Radikalisierungsprozesse verliefen heute häufig dezentral und würden zunehmend im digitalen Raum stattfinden. Dadurch könnten Personen innerhalb kurzer Zeit mit extremistischer Propaganda in Kontakt kommen, ohne Mitglied klassischer Terrororganisationen zu sein. Diese Entwicklung erschwere die Arbeit von Polizei und Verfassungsschutz zusätzlich.

Im Podcast machte Mansour deutlich, dass er die aktuelle Bedrohungslage weiterhin ernst einschätzt. Seine Warnung versteht er dabei nicht als Prognose für einen konkreten Anschlag, sondern als Hinweis darauf, dass die ideologischen und organisatorischen Voraussetzungen für weitere Gewalttaten aus seiner Sicht weiterhin vorhanden seien. Deshalb fordert er ein langfristiges und entschlossenes Vorgehen gegen islamistischen Extremismus.

Zu den Maßnahmen, die aus seiner Sicht notwendig sind, zählen unter anderem eine stärkere Extremismusprävention, eine bessere Zusammenarbeit zwischen Sicherheitsbehörden, Bildungseinrichtungen und Sozialarbeit sowie eine konsequente Anwendung bestehender Gesetze gegenüber Personen, die extremistische Ideologien verbreiten oder Gewalt unterstützen. Gleichzeitig müsse Integration dort gestärkt werden, wo demokratische Werte vermittelt und gesellschaftliche Teilhabe gefördert werden könne.

Die Aussagen des Islamismus-Experten stoßen regelmäßig auf öffentliche Diskussionen. Während viele seine langjährige Erfahrung im Bereich der Extremismusprävention hervorheben, gibt es auch unterschiedliche politische Bewertungen seiner Forderungen. Unabhängig davon zeigt das Interview bei RONZHEIMER., dass das Thema islamistischer Terrorismus und Prävention weiterhin einen festen Platz in der sicherheitspolitischen Debatte Deutschlands einnimmt.

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