Nach jahrelangen Angriffen: Leipziger Café gibt nach 26 linksextremen Angriffen auf

26 Angriffe, zerstörte Scheiben, Graffiti und ein folgenschwerer Buttersäure-Anschlag: Ein christliches Café in Leipzig schließt dauerhaft seine Türen. Die Betreiber sehen darin einen Angriff auf ihre Glaubensfreiheit – Kritiker verweisen auf die konservativen Positionen der Gemeinde.

6/2/20262 min read

Newspaper headline about a Leipzig cafe closing after 26 left-wing extremist attacks, showing the cafe's broken window and
Newspaper headline about a Leipzig cafe closing after 26 left-wing extremist attacks, showing the cafe's broken window and
Nach wiederholten Angriffen und erheblichen finanziellen Belastungen hat das Leipziger Café „Stay“ seinen Betrieb dauerhaft eingestellt. Die Betreiber machen eine jahrelange Serie politisch motivierter Attacken für die Entscheidung verantwortlich. Nach Angaben der zugehörigen Freikirche war das Café seit seiner Eröffnung mehrfach Ziel von Sachbeschädigungen, Graffiti-Aktionen und weiteren Angriffen.

Besonders schwer wog nach Angaben der Verantwortlichen ein Vorfall in der Weihnachtszeit, bei dem Unbekannte Buttersäure in den Innenräumen verteilt haben sollen. Die Folgen seien so gravierend gewesen, dass umfangreiche Renovierungsarbeiten notwendig wurden. Neben den direkten Reparaturkosten seien auch erhebliche Umsatzausfälle entstanden. Insgesamt habe sich der Schaden auf mehrere zehntausend Euro summiert.

Das Café wurde von der Freikirche „Zeal Church“ betrieben und war nach Angaben der Gemeinde nicht nur ein gastronomischer Betrieb, sondern auch ein Ort der Begegnung. Pastor René Wagner erklärte, die Entscheidung zur Schließung sei schwer gefallen. Hinter dem Projekt stünden Arbeitsplätze, persönliche Investitionen und jahrelanges Engagement zahlreicher Unterstützer. Dennoch seien die wirtschaftlichen Belastungen inzwischen zu groß geworden.

Bereits kurz nach der Eröffnung war das Café ins Visier von Gegnern geraten. In den vergangenen Jahren kam es immer wieder zu beschädigten Fensterscheiben, Schmierereien an der Fassade und weiteren Sachbeschädigungen. Nach Angaben der Betreiber summierten sich die Vorfälle auf insgesamt 26 Angriffe. Teilweise bekannten sich Personen oder Gruppen im Umfeld der linksextremen Szene zu einzelnen Aktionen. In veröffentlichten Texten wurde die konservative Haltung der Gemeinde insbesondere zu Fragen von Ehe und Sexualität kritisiert.

Die Zeal Church vertritt in mehreren gesellschaftspolitischen Fragen traditionelle christliche Positionen. So werden homosexuelle Paare nicht kirchlich getraut. Kritiker werfen der Gemeinde deshalb eine ablehnende Haltung gegenüber Homosexuellen vor. Die Gemeinde selbst weist entsprechende Vorwürfe zurück und betont, dass ihre theologischen Überzeugungen nicht als Rechtfertigung für Gewalt oder Sachbeschädigung dienen dürften.

Für Diskussionen sorgte zuletzt auch die Bewertung der Vorfälle durch die Stadt Leipzig. Während Vertreter der Gemeinde die Angriffe als gegen ihre religiöse Identität gerichtet betrachten, wurde von städtischer Seite argumentiert, die Taten richteten sich in erster Linie gegen einen kommerziellen Betrieb beziehungsweise gegen politische und gesellschaftliche Positionen der Betreiber. Die Gemeinde widerspricht dieser Einschätzung deutlich und spricht von Angriffen auf ihre Glaubensausübung und ihre religiöse Identität.

Innerhalb der Gemeinde habe die Situation zunehmend zu Verunsicherung geführt. Mitglieder berichteten laut den Verantwortlichen von Sorgen und Ängsten, ihren Glauben öffentlich sichtbar zu leben. Die Betreiber sehen darin einen abschreckenden Effekt, der weit über die eigentlichen Sachschäden hinausgehe. Kritiker der Angriffe warnen ebenfalls davor, politische oder weltanschauliche Konflikte mit Gewalt auszutragen.

Trotz der Schließung des Cafés kündigte die Freikirche an, ihre Arbeit in Leipzig fortsetzen zu wollen. Die frei werdenden Räumlichkeiten sollen nach bisherigen Angaben weiterhin genutzt werden. Details zu einer zukünftigen Verwendung wurden bislang jedoch nicht bekannt gegeben. Pastor Wagner erklärte, die Aufgabe der Gemeinde bestehe nicht darin, ein Café zu betreiben, sondern ihre religiöse Arbeit fortzuführen. Deshalb werde man auch nach dem Ende des Gastronomiebetriebs in Leipzig aktiv bleiben.

Der Fall sorgt weiterhin für politische Diskussionen. Während Unterstützer der Gemeinde von einem Beispiel zunehmender Intoleranz gegenüber konservativen Christen sprechen, sehen Kritiker die Ursache des Konflikts in den gesellschaftspolitischen Positionen der Kirche. Unabhängig von dieser Debatte herrscht jedoch weitgehend Einigkeit darüber, dass Sachbeschädigungen, Einschüchterungsversuche und Gewalt kein legitimes Mittel der politischen Auseinandersetzung darstellen.

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