Gewalt in Regionalbahn: 16-Jähriger Migrant greift Lokführer nach Streit mit Zugbegleiterin an
Schockierende Szenen in einer Regionalbahn in Sachsen: Ein 16-Jähriger soll einen Lokführer brutal attackiert haben, nachdem er zuvor eine Zugbegleiterin bedrängt hatte. Erst das Eingreifen eines Fahrgastes beendete die Eskalation.
6/2/20261 min read
In einer Regionalbahn in Sachsen ist es am Wochenende zu einem schweren Gewaltvorfall gekommen. Ein 16-jähriger Jugendlicher soll einen Lokführer angegriffen und verletzt haben. Nach Angaben der Bundespolizei ereignete sich der Vorfall auf der Strecke zwischen Ottendorf-Okrilla Nord und Laußnitz.
Den bisherigen Ermittlungen zufolge hatten der Jugendliche und eine weitere Person zuvor verbotswidrig die Gleise überquert, um einen Zug noch rechtzeitig zu erreichen. Eine Zugbegleiterin dokumentierte das Verhalten. Während der anschließenden Fahrt soll der Jugendliche die Bahnmitarbeiterin wegen der Aufnahmen bedrängt und unter Druck gesetzt haben.
Als der Lokführer auf die Situation aufmerksam wurde und seiner Kollegin helfen wollte, eskalierte die Lage. Der 16-Jährige soll den Bahnmitarbeiter unvermittelt angegriffen haben. Nach Angaben der Ermittler schlug er dem Lokführer ins Gesicht, brachte ihn zu Boden und trat anschließend weiter auf ihn ein.
Die Situation konnte erst durch das beherzte Eingreifen eines Fahrgastes beendet werden. Dieser setzte Tierabwehrspray ein, wodurch der Angriff gestoppt wurde. Allerdings erlitten dabei mehrere Personen Reizungen an Augen und Atemwegen. Neben dem Lokführer wurden auch die Zugbegleiterin und ein weiterer Reisender verletzt.
Nach dem Vorfall verließ der Jugendliche den Zug und flüchtete. Alarmierte Polizeikräfte konnten ihn jedoch kurze Zeit später in der Nähe des Ereignisortes aufspüren und festnehmen. Bei der Kontrolle fanden die Beamten ein verbotenes Einhandmesser. Zudem stand der Jugendliche laut Polizei unter Alkoholeinfluss.
Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wurde der Minderjährige seiner Mutter übergeben. Gegen ihn wird nun unter anderem wegen Körperverletzung ermittelt.
Der Vorfall sorgt erneut für Diskussionen über die Sicherheit von Bahnmitarbeitern. Gewerkschaftsvertreter weisen seit längerer Zeit darauf hin, dass Beschäftigte im Bahnverkehr zunehmend mit Bedrohungen, Beleidigungen und körperlichen Angriffen konfrontiert werden. Nach dem aktuellen Fall wurden erneut Forderungen nach besseren Schutzmaßnahmen für Zugpersonal laut.
Die Ermittlungen zu den genauen Hintergründen des Angriffs dauern an. Die Bundespolizei bittet mögliche Zeugen, die den Vorfall beobachtet haben, sich bei den zuständigen Behörden zu melden.