Gewalt im Flixtrain: Mann ohne Ticket greift zwei Zugbegleiterinnen an
Ein Streit um ein fehlendes Zugticket eskaliert in einem Flixtrain Richtung Hamburg. Ein 25-Jähriger attackiert zwei Zugbegleiterinnen, was zu Ermittlungen der Bundespolizei wegen Körperverletzung und Leistungserschleichung führt.
5/23/20262 min read
Am Mittwochmorgen ist es in einem Flixtrain auf der Strecke von Stuttgart nach Hamburg zu einem gewaltsamen Zwischenfall gekommen. Nach Angaben der Bundespolizei soll ein 25-jähriger Mann ohne gültiges Ticket unterwegs gewesen sein und im Verlauf einer Kontrolle zwei Zugbegleiterinnen angegriffen haben. Der Vorfall ereignete sich im Bereich des Bahnhofs Neu-Edingen/Mannheim-Friedrichsfeld in Baden-Württemberg.
Demnach bemerkte das Zugpersonal während der Fahrt, dass der Mann keinen gültigen Fahrausweis vorweisen konnte. Die Mitarbeiterinnen forderten ihn daraufhin auf, den Zug am nächsten Halt zu verlassen. Laut Bundespolizei verweigerte der Reisende jedoch die Anweisung und reagierte zunehmend aggressiv. Als der Zug schließlich im Bahnhof Neu-Edingen/Mannheim-Friedrichsfeld stoppte, soll die Situation eskaliert sein.
Nach bisherigen Erkenntnissen soll der 25-Jährige zwei Zugbegleiterinnen mehrfach mit der flachen Hand ins Gesicht geschlagen haben. Bei den betroffenen Mitarbeiterinnen handelt es sich laut Polizei um eine 54-jährige Deutsche und eine 41-jährige Bulgarin. Beide Frauen erlitten leichte Verletzungen, mussten jedoch nicht medizinisch behandelt werden.
Der Triebfahrzeugführer bemerkte den Angriff und griff sofort ein. Gemeinsam mit weiteren Beteiligten gelang es ihm offenbar, den mutmaßlichen Täter bis zum Eintreffen der Bundespolizei festzuhalten. Beamte nahmen den Mann anschließend vorläufig fest und leiteten Ermittlungen ein. Gegen ihn wird nun wegen Körperverletzung sowie Leistungserschleichung ermittelt.
Die Bundespolizei bestätigte, dass der Mann somalischer Staatsangehöriger ist. Weitere Details zu seinem Aufenthaltsstatus oder möglichen Vorstrafen wurden bislang nicht veröffentlicht. Auch zu einem möglichen Motiv äußerten sich die Ermittler zunächst nicht.
Der Vorfall sorgt erneut für Diskussionen über die Sicherheit von Zugpersonal im öffentlichen Nah- und Fernverkehr. Mitarbeiter von Bahn- und Verkehrsunternehmen berichten seit Jahren von zunehmender Gewaltbereitschaft gegenüber Kontrolleuren und Zugbegleitern. Besonders Konflikte rund um Ticketkontrollen führen immer wieder zu aggressiven Auseinandersetzungen. Gewerkschaften und Mitarbeitervertretungen fordern deshalb seit längerem bessere Schutzmaßnahmen und konsequentere Strafen bei Angriffen auf Bahnpersonal.
Erst vor wenigen Tagen hatte ein ähnlicher Vorfall bundesweit Aufmerksamkeit erregt. Dabei soll ein 34-jähriger Mann in einem Regionalexpress zwischen Mannheim und Frankfurt eine Zugbegleiterin attackiert und verletzt haben. Die Frau erlitt dabei eine Platzwunde im Gesicht. Der Tatverdächtige wurde kurze Zeit später von der Polizei festgenommen.
Die Ermittlungen im aktuellen Fall dauern weiterhin an. Die Bundespolizei prüft nun unter anderem mögliche Zeugenaussagen sowie Videoaufnahmen aus dem Zugbereich. Ob der Tatverdächtige in Untersuchungshaft kommt, ist derzeit noch nicht bekannt.
Quellen: Informationen unter anderem nach Angaben von Bundespolizei, Flixtrain sowie Medienberichten von Apollo News und weiteren regionalen Nachrichtenportalen.