Gewalt am Rande von AfD-Jugend-Demonstration in Schwerin – Verletzte und Ermittlungen nach Angriff
Spannungen eskalieren in Schwerin: Noch vor Beginn einer Demonstration der AfD-Jugendorganisation kommt es zu einem gewaltsamen Zwischenfall. Mehrere Menschen werden verletzt, die Polizei ermittelt gegen Tatverdächtige.
8/2/20262 min read


Bei einer Demonstration der AfD-Jugendorganisation „Generation Deutschland“ in Schwerin ist es am Rande der Veranstaltung zu einem gewaltsamen Zwischenfall gekommen. Nach Angaben der Polizei wurden dabei zwei Personen aus dem Umfeld der Organisation verletzt. Einer der Betroffenen musste im Krankenhaus behandelt werden. Die Ermittler gehen derzeit mehreren Spuren nach und haben drei Tatverdächtige im Blick.
Der Vorfall ereignete sich noch vor dem offiziellen Beginn der Kundgebung. Nach bisherigen Erkenntnissen kam es während des Zulaufs zur Veranstaltung zu einer körperlichen Auseinandersetzung. Einer der Verletzten ist Michael Schumann, Landesvorsitzender der „Generation Deutschland“ in Hamburg. Nach Angaben seiner Organisation erlitt er eine Platzwunde im Gesicht, die im Krankenhaus medizinisch versorgt werden musste. Später kehrte er nach Angaben der Veranstalter zur Demonstration zurück. Die Polizei bestätigte den Angriff sowie die Existenz mehrerer Tatverdächtiger, äußerte sich jedoch zunächst nicht zu möglichen Motiven.
Die AfD und Vertreter ihrer Jugendorganisation machten für den Angriff linksextreme Gegendemonstranten verantwortlich. In entsprechenden Stellungnahmen wurde von einem gezielten Übergriff gesprochen. Die Polizei bestätigte bislang lediglich, dass Ermittlungen laufen. Eine abschließende Einordnung der Hintergründe oder der politischen Motivation der Tat stand zunächst noch aus.
Die Demonstration selbst fand unter hohen Sicherheitsvorkehrungen statt. Nach Polizeiangaben versammelten sich rund 400 Teilnehmer der AfD-Jugendorganisation auf dem Alten Garten in Schwerin. Gleichzeitig beteiligten sich mehrere hundert Menschen an verschiedenen Gegenveranstaltungen. Beide Lager wurden durch umfangreiche Absperrungen voneinander getrennt. Die Polizei war mit einem Großaufgebot vor Ort und erhielt Unterstützung aus mehreren Bundesländern.
Während der Kundgebung versuchten Gegendemonstranten unter anderem mit lautstarken Sprechchören auf die Veranstaltung einzuwirken. Zusätzlich wurden Sitzblockaden organisiert, um den geplanten Demonstrationszug zu behindern. Nach Angaben der Polizei konnte der Aufzug dennoch stattfinden, nachdem die Route kurzfristig angepasst worden war. Größere direkte Auseinandersetzungen während des Demonstrationszuges wurden zunächst nicht bekannt.
Der Vorfall sorgt erneut für Diskussionen über die zunehmende Gewalt im Zusammenhang mit politischen Demonstrationen. Vertreter verschiedener politischer Lager verurteilen regelmäßig körperliche Angriffe auf Demonstrationsteilnehmer oder politische Gegner und fordern einen konsequenten Schutz der Versammlungsfreiheit. Unabhängig von politischen Positionen gilt, dass Straftaten im Umfeld von Demonstrationen strafrechtlich verfolgt werden und die Ermittlungsbehörden verpflichtet sind, mögliche Täter zu identifizieren. Die laufenden Ermittlungen sollen nun klären, wie sich der Angriff genau abgespielt hat und welche Personen dafür verantwortlich sind.
Die Veranstaltung in Schwerin war im Vorfeld bereits als sicherheitsrelevant eingestuft worden. Neben der Kundgebung der AfD-Jugendorganisation waren mehrere Gegenproteste angemeldet worden. Aufgrund der erwarteten Teilnehmerzahlen und der politischen Spannungen hatte die Polizei ihre Einsatzkräfte deutlich verstärkt und Beamte aus anderen Bundesländern angefordert. Schon Stunden vor Beginn waren zahlreiche Polizeifahrzeuge im Stadtgebiet präsent.
Nach Angaben der Ermittlungsbehörden dauern die Untersuchungen an. Zeugen sollen befragt sowie vorhandene Foto- und Videoaufnahmen ausgewertet werden. Ob weitere Tatverdächtige identifiziert werden können oder welche strafrechtlichen Vorwürfe letztlich erhoben werden, ist derzeit noch offen. Die Polizei bittet mögliche Zeugen des Vorfalls, sich mit entsprechenden Hinweisen zu melden.
Der Zwischenfall verdeutlicht erneut, wie angespannt das Klima bei politischen Versammlungen in Deutschland inzwischen sein kann. Sicherheitsbehörden stehen regelmäßig vor der Herausforderung, das Recht auf Versammlungsfreiheit für alle Beteiligten zu gewährleisten und gleichzeitig Gewalttaten konsequent zu verhindern beziehungsweise aufzuklären. Die Ermittlungen in Schwerin dürften deshalb auch über den konkreten Einzelfall hinaus Aufmerksamkeit erhalten.