Dresden: Zwei Jugendliche nach mutmaßlich linksextremer Attacke im Krankenhaus – Staatsschutz ermittelt
Dresden unter Schock: Zwei 15-Jährige sollen von einer rund 20-köpfigen Gruppe brutal angegriffen worden sein. Die Polizei vermutet einen politischen Hintergrund und der Staatsschutz ermittelt. Drei Jugendliche stehen bereits im Fokus der Ermittler. Was steckt hinter dem Fall?
6/16/20262 min read


In Dresden beschäftigt ein mutmaßlich politisch motivierter Gewaltausbruch derzeit die Ermittlungsbehörden. Nach Angaben der Polizei sollen zwei 15-jährige Jugendliche am vergangenen Samstag in der Dresdner Heide von einer größeren Gruppe angegriffen und verletzt worden sein. Die beiden Opfer mussten anschließend medizinisch behandelt werden.
Nach dem bisherigen Stand der Ermittlungen ereignete sich die Tat am frühen Abend gegen 17:35 Uhr. Die Jugendlichen sollen von rund 20 Personen attackiert worden sein. Dabei seien sie geschlagen und getreten worden. Wie schwer die Verletzungen der beiden Jugendlichen ausfallen, wurde bislang nicht im Detail bekanntgegeben. Fest steht jedoch, dass beide zur weiteren Behandlung in ein Krankenhaus gebracht werden mussten.
Besonders brisant sind die Umstände, die nach dem Angriff bekannt wurden. Demnach sollen die Angreifer einen der Jugendlichen dazu gezwungen haben, sein T-Shirt auszuziehen. Anschließend seien Schriftzüge auf dessen Oberkörper geschrieben worden. Nach Informationen regionaler Medien handelte es sich dabei um die Aufschriften „161“ sowie „Fuck Nazis“.
Die Zahlenkombination „161“ wird in Teilen der linksextremen Szene als Code für die sogenannte „Antifaschistische Aktion“ verwendet. Aus diesem Grund gehen die Ermittler derzeit von einem politischen Hintergrund der Tat aus. Die zuständigen Behörden ordnen den Vorfall dem linken Spektrum zu. Die weiteren Untersuchungen werden deshalb vom Staatsschutz geführt.
Die Polizei konnte bereits kurze Zeit nach dem Vorfall erste Verdächtige feststellen. Nach bisherigen Erkenntnissen wurden drei 16-jährige Jugendliche deutscher Staatsangehörigkeit vorläufig identifiziert. Einer der Tatverdächtigen soll zudem ein Klappmesser bei sich getragen haben. Ob die Jugendlichen unmittelbar an den Gewalthandlungen beteiligt waren und welche konkrete Rolle sie innerhalb der Gruppe gespielt haben, ist Gegenstand der laufenden Ermittlungen.
Noch ist unklar, wie es zu der Eskalation kommen konnte und ob die beiden 15-Jährigen gezielt ausgewählt wurden. Die Ermittler prüfen derzeit unter anderem, ob die Opfer aufgrund einer tatsächlichen oder vermeintlichen politischen Haltung ins Visier der Angreifer geraten sein könnten.
Der Fall sorgt bereits über Dresden hinaus für Diskussionen. Während politische Gewalt häufig im Zusammenhang mit rechtsextremen Straftaten thematisiert wird, richtet sich der Fokus in diesem Fall auf einen möglichen linksextremen Hintergrund. Die Ermittlungen sollen nun klären, welche Personen tatsächlich an dem Angriff beteiligt waren, ob weitere Tatverdächtige identifiziert werden können und welche Motive hinter der Tat standen.
Bis zum Abschluss der Untersuchungen gilt die Unschuldsvermutung für alle Beschuldigten. Die bisherigen Informationen beruhen auf dem aktuellen Stand der polizeilichen Ermittlungen. Der Staatsschutz bittet mögliche Zeugen, die Beobachtungen zum Tatgeschehen gemacht haben, sich bei den Behörden zu melden.