Brüssel: Fast 4 von 5 Einwohnern haben ausländische Herkunft

Neue offizielle Zahlen sorgen für Aufmerksamkeit: In der Region Brüssel-Hauptstadt sind nur noch 21,5 Prozent Belgier belgischer Herkunft. 41,8 Prozent sind Belgier ausländischer Herkunft, weitere 36,7 Prozent besitzen keine belgische Staatsangehörigkeit. Damit liegt der zusammengefasste Anteil inzwischen bei 78,5 Prozent. Was bedeutet dieser demografische Wandel für Europas Hauptstadtregion?

7/25/20262 min read

Brüsseler Stadtansicht mit belgischer Flagge und Text über Einwanderungsstatistiken in der belgische
Brüsseler Stadtansicht mit belgischer Flagge und Text über Einwanderungsstatistiken in der belgische
Brüssel im demografischen Wandel: 78,5 Prozent mit ausländischer Herkunft. In der Hauptstadtregion Belgiens sind inzwischen nur noch 21,5 Prozent der Bevölkerung Belgier belgischer Herkunft. Aktuelle Zahlen der staatlichen Statistikbehörde Statbel zeigen, wie stark sich die Bevölkerungsstruktur Brüssels verändert hat.

Brüssel ist nicht nur die Hauptstadt Belgiens und Sitz wichtiger Institutionen der Europäischen Union – die Metropolregion gehört auch zu den internationalsten Regionen Europas. Neue Zahlen der belgischen Statistikbehörde Statbel verdeutlichen das Ausmaß.

Zum 1. Januar 2026 waren lediglich 21,5 Prozent der Einwohner der Region Brüssel-Hauptstadt als „Belgier belgischer Herkunft“ erfasst. Weitere 41,8 Prozent sind belgische Staatsbürger ausländischer Herkunft. Hinzu kommen 36,7 Prozent Nicht-Belgier. Zusammengenommen ergibt das 78,5 Prozent der Bevölkerung, die nach der Statbel-Systematik entweder eine ausländische Herkunft besitzen oder keine belgische Staatsangehörigkeit haben.

Anteil steigt weiter

Schon die Zahlen für 2025 waren bemerkenswert. Damals gehörten 22 Prozent zur Gruppe „Belgier belgischer Herkunft“, während 40,8 Prozent Belgier ausländischer Herkunft und 37,2 Prozent Nicht-Belgier waren. Damit lag der zusammengefasste Anteil bei 78 Prozent. Innerhalb eines Jahres ist er somit nochmals leicht gestiegen.

Brüssel unterscheidet sich damit erheblich vom belgischen Landesdurchschnitt. Landesweit waren Anfang 2026 63,4 Prozent Belgier belgischer Herkunft, 22,8 Prozent Belgier ausländischer Herkunft und 13,8 Prozent Nicht-Belgier.

Was bedeutet „ausländische Herkunft“?

Die Zahlen dürfen allerdings nicht mit dem Anteil selbst eingewanderter Menschen gleichgesetzt werden.

Statbel zählt beispielsweise auch belgische Staatsbürger zur Bevölkerung ausländischer Herkunft, wenn ihre zuerst registrierte Nationalität ausländisch war oder – bei Personen mit belgischer Erstnationalität – mindestens ein Elternteil ursprünglich eine ausländische Nationalität hatte. Somit können darunter auch Menschen fallen, die selbst in Belgien geboren und aufgewachsen sind.

Die Aussage „Fast vier von fünf Einwohnern Brüssels haben eine ausländische Herkunft oder sind ausländische Staatsbürger“ trifft die Statistik deshalb genauer als „Fast vier von fünf Brüsselern sind Migranten“.

Brüssel als demografischer Sonderfall

Auch die Wanderungszahlen zeigen eine besondere Dynamik. Im Jahr 2025 verzeichnete die Hauptstadtregion einen internationalen Wanderungssaldo von plus 13.988 Personen. Gleichzeitig verlor Brüssel durch Umzüge in andere belgische Regionen netto 18.553 Einwohner. Insgesamt blieb die Bevölkerungszahl dadurch nahezu unverändert. Anfang 2026 lebten rund 1,256 Millionen Menschen in der Region.

Die Zahlen zeigen damit einen tiefgreifenden demografischen Wandel. Welche langfristigen Auswirkungen diese Entwicklung auf Integration, Schulen, Wohnungsmarkt, gesellschaftlichen Zusammenhalt und Politik haben wird, dürfte auch künftig intensiv diskutiert werden.

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