Brandanschlag auf Stromnetz bei München: Täter legen Feuer an Strommasten – Tausende kurzzeitig ohne Strom

Mitten in der Nacht brennen nahe München plötzlich zwei Strommasten. Teile von Ismaning versinken kurzzeitig im Dunkeln. Die Ermittler gehen inzwischen von gezielter Sabotage aus – der Staatsschutz ermittelt wegen eines möglichen politischen Motivs.

5/26/20262 min read

Night view of a burning power line mast near the Munich city skyline with news text about an arson attack.
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In der Nähe von München hat ein mutmaßlicher Brandanschlag auf die Stromversorgung für Aufsehen gesorgt. Unbekannte Täter setzten in der Nacht zwei Strommasten bei Garching in Brand. Durch die Feuer kam es in mehreren Teilen der Gemeinde Ismaning zeitweise zu Stromausfällen. Die Behörden sprechen mittlerweile offen von einem möglichen Sabotageakt und haben umfangreiche Ermittlungen eingeleitet.

Nach Angaben der Polizei ging gegen 3.50 Uhr zunächst die Meldung über einen brennenden Strommast ein. Als Feuerwehr und Einsatzkräfte am Ort eintrafen, wurde kurze Zeit später ein zweiter Brand an einem weiteren Mast in unmittelbarer Nähe entdeckt. Beide Feuer konnten zwar relativ schnell gelöscht werden, dennoch wurde die Stromversorgung in einigen Bereichen vorübergehend unterbrochen. Verletzt wurde nach aktuellem Stand niemand.

Die Ermittler halten einen technischen Defekt inzwischen für äußerst unwahrscheinlich. Aufgrund der Spurenlage gehen Polizei und Staatsschutz von vorsätzlicher Brandstiftung aus. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann sprach von klaren Hinweisen auf Sabotage und verurteilte den Angriff scharf. Wer kritische Infrastruktur attackiere, gefährde bewusst die Sicherheit und Stabilität der Bevölkerung, erklärte der Minister.

Besonders brisant: Die Ermittlungen werden inzwischen von der Zentralstelle zur Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus bei der Generalstaatsanwaltschaft München begleitet. Hintergrund ist der Verdacht, dass die Tat politisch motiviert gewesen sein könnte. Offiziell wird zwar weiterhin in alle Richtungen ermittelt, dennoch prüfen die Behörden mögliche Zusammenhänge mit ähnlichen Vorfällen aus der Vergangenheit.

In Bayern und speziell im Raum München hatte es in den vergangenen Jahren mehrfach Angriffe auf technische Infrastruktur gegeben. Bereits 2021 sorgte ein mutmaßlich absichtlich gelegtes Feuer in einer Baugrube für einen großflächigen Stromausfall in München. Damals wurden zahlreiche Mittelspannungskabel zerstört. Auch bundesweit häufen sich zuletzt Fälle, bei denen Stromversorgung oder andere technische Anlagen Ziel von Angriffen werden.

Zuletzt hatte vor allem ein schwerer Vorfall in Berlin Anfang des Jahres deutschlandweit Aufmerksamkeit erregt. Dort führte ein Brandanschlag auf Teile des Stromnetzes dazu, dass zehntausende Haushalte und Betriebe über Tage hinweg ohne Strom waren. Die Ermittlungen dort laufen bis heute auf Hochtouren. Sicherheitsbehörden warnen seitdem verstärkt vor möglichen Angriffen auf sogenannte kritische Infrastruktur.

Auch im aktuellen Fall bei München läuft die Fahndung nach den Tätern weiter. Die Polizei sucht Zeugen, die in der Nacht verdächtige Personen oder Fahrzeuge im Bereich Garching, der Freisinger Landstraße oder rund um die Autobahn A9 beobachtet haben könnten. Bislang gibt es keine Festnahmen. Die Höhe des entstandenen Sachschadens ist ebenfalls noch unklar.

Der Vorfall sorgt unterdessen auch politisch für Diskussionen über den Schutz wichtiger Infrastruktur in Deutschland. Experten warnen schon länger davor, dass Stromnetze, Kommunikationsanlagen und Versorgungseinrichtungen zunehmend ins Visier extremistischer Gruppen geraten könnten. Bayern hatte nach früheren Anschlägen bereits zusätzliche Schutzmaßnahmen angekündigt und unter anderem mobile Notstromsysteme für Krisensituationen beschafft.

Die Ermittlungen dauern derzeit an. Ob tatsächlich ein extremistischer Hintergrund vorliegt, sollen nun die kommenden Tage zeigen. Klar ist jedoch schon jetzt: Der Vorfall bei München verdeutlicht erneut, wie anfällig zentrale Versorgungseinrichtungen für gezielte Angriffe sein können.

Quellen: Recherchen und Informationen unter anderem von Apollo News, Süddeutscher Zeitung, WELT sowie offiziellen Angaben der Polizei und Behörden.

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