Berlin: Gewalt zwischen pro-palästinensischer und pro-israelischer Gruppe eskaliert – Polizei nimmt 29 Personen fest
Holzlatten, Feuerlöscher und Baseballschläger: Ein Streit um die Nutzung eines linken Jugendzentrums in Berlin-Hellersdorf ist am Wochenende massiv eskaliert. Die Polizei musste eingreifen und nahm 29 Personen vorläufig fest.
7/5/20262 min read


Am Samstag ist es im Berliner Stadtteil Hellersdorf zu einer schweren Auseinandersetzung zwischen einer pro-palästinensischen und einer pro-israelischen Gruppe gekommen. Auslöser des Konflikts soll ein Streit über die Nutzung eines linksautonomen Jugendzentrums gewesen sein. Die Situation entwickelte sich innerhalb kurzer Zeit zu einer gewaltsamen Konfrontation, bei der nach Angaben der Polizei unter anderem Holzlatten, Baustellenabsperrungen und Feuerlöscher eingesetzt wurden. Die Beamten nahmen schließlich 29 Personen vorläufig fest und leiteten Ermittlungen wegen des Verdachts des Landfriedensbruchs ein. Nach bisherigem Stand wurden keine Verletzten gemeldet.
Nach bisherigen Erkenntnissen befanden sich zunächst Mitglieder einer pro-israelischen Gruppe auf dem Gelände des Jugendzentrums. Im weiteren Verlauf sollen Angehörige einer pro-palästinensischen Gruppierung weitere Unterstützer mobilisiert haben. Laut Polizei erschienen rund 20 vermummte und schwarz gekleidete Personen am Veranstaltungsort. Auch die Gegenseite soll teilweise vermummt gewesen sein. Dadurch verschärfte sich die ohnehin angespannte Lage erheblich.
Im Verlauf der Auseinandersetzung wurden verschiedene Gegenstände eingesetzt. Nach Angaben der Ermittler flogen Wurfobjekte, zudem sollen Feuerlöscher entleert worden sein. Die Polizei berichtet außerdem, dass Baustellenabsperrungen und Holzlatten als Schlagwerkzeuge genutzt worden seien. Mehrere Beteiligte flüchteten zunächst beim Eintreffen der Einsatzkräfte, wodurch sich die Situation jedoch nicht unmittelbar beruhigte.
Stattdessen verlagerte sich der Konflikt innerhalb des Gebäudes. Eine Gruppe soll sich zeitweise verbarrikadiert haben, um das Eindringen der Gegenseite zu verhindern. Wenig später entdeckten Polizeibeamte mehrere Personen auf dem Dach des Gebäudes. Nach Angaben der Polizei gingen diese dort mit Baseballschlägern aufeinander los. Noch bevor die Einsatzkräfte eingreifen konnten, verschwanden die Beteiligten jedoch wieder vom Dach.
Erst durch einen größeren Polizeieinsatz gelang es schließlich, die Situation unter Kontrolle zu bringen. Insgesamt wurden 29 Personen vorläufig festgenommen. Die Identitäten der Beteiligten wurden festgestellt, anschließend leitete die Polizei umfangreiche Ermittlungen ein. Im Mittelpunkt stehen derzeit unter anderem der Verdacht des Landfriedensbruchs sowie die Rekonstruktion des genauen Ablaufs der Ereignisse.
Der Vorfall verdeutlicht erneut, dass der Nahostkonflikt auch in Deutschland immer wieder zu erheblichen Spannungen führt. Besonders in Berlin kam es in den vergangenen Monaten mehrfach zu Demonstrationen, Gegendemonstrationen und Auseinandersetzungen mit politischem Hintergrund. Die Ereignisse in Hellersdorf zeigen, wie schnell politische und ideologische Konflikte in offene Gewalt umschlagen können.
Die Polizei wertet nun unter anderem Videoaufnahmen sowie Zeugenaussagen aus, um die Verantwortlichkeiten der einzelnen Beteiligten zu klären. Ob weitere Strafverfahren oder Festnahmen folgen werden, ist derzeit noch offen. Die Ermittlungen dauern an.